Fachgruppe Ornithologie Niesky

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Lausitzer Wölfe sind zweifelsfrei eingewandert

von Jana Ulbrich
veröffentlicht in Sächsische Zeitung am 31.08.2006
Foto: Kopie Sächsische Zeitung

Für die Nachwelt erhalten ist diese Jungwölfin, die im Februar ein Verkehrsopfer auf der A 15 bei Forst wurde. Auch sie war ein echter Wolf. Foto: P. Pleul/dpa

Analyse. Keine Inzucht, keine Hybriden: Neueste Untersuchungen geben den Experten Recht. Die Zukunft der Rudel aber ist nach wie vor ungewiss.

Jana Schellenberg ist zufrieden. Die Ergebnisse der ersten umfassenden Untersuchung der Lausitzer Wölfe, die sie gestern vorlegen konnte, geben ihr in allen Punkten Recht: “Wir können damit eindeutig beweisen, dass die Tiere aus Polen zugewandert sind”, erklärt die Leiterin des Lausitzer Kontaktbüros in Rietschen. Von wegen "Kofferraumwölfe": Alle Behauptungen, man habe gezüchtete Tiere in die Muskauer und Neustädter Heide ausgesetzt, sind spätestens jetzt zweifelsfrei widerlegbar. Keine einzige der insgesamt 98 untersuchten DNA-Proben weist zudem darauf hin, dass es in den beiden Rudeln Inzucht oder Hybriden, also Kreuzungen mit Hunden, gibt.
Mindestens fünf neue Wölfe, so haben die Untersuchungen am Kraukauer Institut der Polnischen Akademie der Wissenschaften ergeben, sind in den letzen Jahren in die Lausitzer Wälder zugewandert. Sie haben für frisches Blut und gesunden Nachwuchs gesorgt.
Aktuell leben derzeit zwei Wolfsrudel in der Muskauer und Neustädter Heide. Sie bestehen jeweils aus zwei Elterntiere, ungefähr drei Jährlingen (Jungtiere vom Vorjahr) und diesjährigen Welpen. In der Muskauer Heide wurden acht, im Neustädter Rudel sechs Welpen gesichtet. "Die verhältnismäßig hohe Welpenzahl beider Rudel ist das Resultat des langen und schneereichen Winters", erklärt Jana Schellenberg. Die Wölfe hatten gerade Anfang März zur Ranzzeit ein optimales Nahrungsangebot, darunter auch reichlich Fallwild.
Trotzdem ist die Zukunft der Wölfe in der Lausitz noch immer ungewiss, bestätigt die Biologin. Es gebe zwar Paarungspartner und Chancen auf die Gründung neuer Rudel, dennoch sei die Wolfspopulation in der Lausitz noch extrem instabil und verschwindend gering in ihrer Dichte: Nur 24 Wölfe leben auf den 700 Quadratkilometern Heidelandschaft.
Für die Untersuchungen in Krakow (Krakau) wurden insgesamt 98 Proben gesammelt, darunter 97 Kot- und eine Gewebeprobe des im Februar auf der Autobahn bei Forst überfahrenen Jungtiers. Die Wolfslosungen für die Analyse wurden seit 2001 regelmäßig im gesamten Lausitzer Wolfsgebiet gesammelt. Bei dem überfahrenen weiblichen Welpen handelte es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um  ein Tier aus dem Neustädter Rudel, also einen in der Lausitz geborenen Wolf.