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Vom Totenvogel zum Aushängeschild Unsere größte heimische Eule ist 2005 „Vogel des Jahres“
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Von Hans Blümel, Am Bahnhof 138, 02906 Mücka, E-Mail: h.bluemel@t-online.de Veröffentlicht am 04.12.2004, Sächsische Zeitung
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Der Uhu ist für 2005 zum „Vogel des Jahres“ erklärt worden. Damit wählte man eine Vogelart aus, die dem Naturschutz in Deutschland ein hervorragendes Erfolgserlebnis beschert. Gab es
um 1950 in unserem Heimatland nur noch ganze 50 Brutpaare, so sind es gegenwärtig wieder 850. Wirksame Schutzmaßnahmen und gezielte Wiederansiedlungen führten zu diesem überaus erfreulichen Ergebnis.
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Im NOL-Kreis siedeln drei Brutpaare. Seit 1996 ist es 2004 zwei Paaren nach einer längeren Pause wieder gelungen, erfolgreich jeweils einen Jungvogel aufzuziehen. Ernst Gottschlich, Sachbearbeiter in
der unteren Naturschutzbehörde, konnte das beobachten. „Ursprünglich hatten die beiden Paare zwei Junge in ihrem Nest. Etwa 10 Tage vor dem Flüggewerden wurde in den beiden Nestern fast zeitgleich je ein Junges
durch die Altvögel getötet.
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“Feststellen lässt sich das, wenn man den angestammten Fraßplatz der Vögel nach Beuteresten untersucht.Das Töten von Jungvögeln ist beim Uhu eine bekannte Erscheinung. Namhafte
Ornithologen haben das beobachtet und kommentiert. Alle sind der Meinung, dass in den meisten Fällen die eigentliche Ursache Nahrungsmangel ist. Für die Erhaltung der Art ist es günstiger, wenn ein
Jungvogel kräftig und gesund den Horst verlässt, anstatt zwei, die abgemagert, für Krankheiten anfällig und damit in ihrer Lebenstüchtigkeit stark eingeschränkt den Bestand auffüllen.
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Ursachen für den rückläufigen Bestand in der Vergangenheit waren und sind es meist auch heute noch Spaziergänger, Wanderer und Kletterer. Treten sie in das Revier des Vogels ein, dann
stören sie das Brutgeschehen. Verlässt das brütende Weibchen die 2 bis 5 reinweißen Eier, dann sind diese den Blicken der Feinde - beispielsweise Krähen, Elstern, Marder - gnadenlos ausgeliefert.
Ernst Gottschlich nennt für unsere Region noch eine andere Ursache: „Nistplätze im Felsen können mit einer Laubschicht bedeckt sein. Wenn der brütende Uhu durch Störung das Gelege für längere
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verlässt, dann kann Wind die Eier mit Blättern bedecken. Auch in solch einem Fall wird nicht mehr gebrütet.“ Zu weiteren Verlusten beim Uhu kommt es durch Strommasten. Berührt beispielsweise ein
fliegender Vogel mit seinen Flügeln gleichzeitig einen Draht und den Mast, dann kommt es zum tötlichen Stromschlag. Aber auch Freileitungen können den Bestand dezimieren. Meist kommt es zum Knochenbruch im
Flügel. Für die erreichte Bestandserhöhung war die Schaffung von Schutzgebieten außerordentlich wichtig. Erwähnt seien für das östliche Sachsen der Naturpark „Zittauer Gebirge“ und der Nationalpark
„Sächsische Schweiz“. Hier findet der Uhu nicht nur geeignete Nistplätze, sondern auch gute Bedingungen, um Beute zu greifen. Es wird nur wenigen Menschen vergönnt sein, den nachtaktiven Uhu in der freien
Natur zu beobachten. Im Tierpark Weißwasser ist das aber möglich. Vier stattliche Vögel zieren eine Voliere.
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Schon gewusst? In Deutschland brütet der Uhu vor allem in den Mittelgebirgen, in den Alpen und in einigen Gebieten Schleswig-Holsteins. In der Antike wurde die größte Eule wegen
der nächtlichen Lebensweise als „Totenvogel“ gejagt. Im Mittelalter wurden Eulen und damit auch der Uhu zur Abwehr von Blitzschlag und Zauberei an Stall- und Scheunentore genagelt. Der europäische Uhu
brütet überwiegend in den Schluchten der Gebirge. Sein Brutareal ist neben Europa, Nordafrika auch Sibirien, China und Indien. Der 70 Zentimeter große Uhu hat ein Gewicht von 2 bis 2,5 Kilogramm Die
Flügelspannweite kann maximal 1,80 Meter sein. Im April/Mai sind die Gelege zu finden. Das Weibchen brütet allein in 35 Tagen die Eier aus. Flugfähig sind die Jungen nach reichlich zwei Monaten. Die Nahrung
besteht aus maus- bis hasengroßen Säugetieren, krähengroßen Vögeln, aber auch aus Fröschen und großen Käfern.
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Uhumännchen “Klaus” im Vogelpark Marlow; Foto: J. Kasper
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