|
löcher gelassen hat, wird der Vogel auch fündig. Die Suche nach Futter gestaltet sich für Meise, Spatz und Co. zurzeit schwierig. Am Boden lassen sich Samen unter der bis zu 20 Zentimeter dicken,
harschen Schneeschicht nur schwer finden, geschweige denn ein nahrhafter Wurm. Kein Wunder, dass an den Vogelhäuschen der Region Hochbetrieb herrscht. “Werde ich zur Thematik Wildvogel-Fütterung im Winter gefragt,
kommt von mir ein klares Ja”, sagt Jörg Kasper aus Klitten. Der Ornithologe sorgt in seinem “Vogelrestaurant” täglich für Nachschub: Sonnenblumenkerne stehen hier auf dem Speiseplan, gehackte Nüsse, Knödel, auch
Äpfel. In der Hauptsache sind Nahrungsmangel die Ursache, überleben Vögel eine Kältewelle wie diese nicht, begründet er seine Einstellung. “Von alten und kranken Tieren abgesehen”. Denn die Natur hat die gefiederten
Wesen auch für extremere Bedingungen ausgerüstet: Zwischen den Federn sitzen Luftpolster, und wärmen. Ist es klirrend kalt wie in der zu Ende gehenden Woche, plustern sich die Vögel zusätzlich auf. Ein Spatz sieht
dann auch schon mal recht überfressen aus. “Doch das Aufplustern verstärkt den Schutz”, sagt Kasper. Kritisch könnte es jedoch werden, haben die Tiere als Folge von Futtermangel keine Fettreserven. “Die müssen sie
am Tage aufbauen”, so Kasper: als Brennstoff für die Nacht. Ohne den helfen auf Dauer weder gemeinsames Kuscheln noch ein geschützter Schlafplatz. Dennoch ist auch der wichtig: “Deshalb ist es gut, Nistkästen
bereits im Herbst zu säubern”, sagt Jörg Kasper. In Ermangelung natürlicher Baumhöhlen oder windgeschützter Plätze in dichten Hecken schlüpfen die Vögel in ihnen unter, gerne auch mal zu Fünft. “Unsaubere Kästen
bergen die Gefahr, dass die Tiere von Parasiten befallen werden und erkranken.” Das kann auch am Futterplatz passieren, sagt Karin Riedel aus Horka, Zooinspektorin des Naturschutz-Tierparkes Görlitz. “Bevor Futter
nachgefüllt wird, sollten die alten Reste entfernt und das Vogelhaus gesäubert werden.” Hygiene sei das A und O.
|